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(CC BY-NC-SA Viktor Hertz)

Seit ich mit der CS ein Zweitzweirad habe, das mich im Zweifel auch zur Arbeit bringt, ist die Hemmschwelle dafür, Dinge am Kurzstreckennutzfahrzeug Honda SH selber zu machen, gesunken. Im August ging zu einem unerwartet krummen Kilometerstand (rund 15500) die Ölwechsellampe an. Ich hatte eigentlich erst bei 17tkm damit gerechnet, denn die Wechelintervalle sind erst 1000km und ab dann alle 4000km. 15500 kommt in der Reihe eher nicht vor und passt auch nicht zu den Wartungsnachweisen im Scheckheft. Nun ja.

Laut Reparaturhandbuch ist der Ölwechsel beim SH eher einfach. Auffangbehälter drunter, Einfüllstutzen auf, Ölablassschraube auf, Ölsieb und Feder fangen, Ölsieb reinigen, O-Ring rund um die Ablassschraube ersetzen, Ölsieb und Feder auf die Ablasschraube aufsetzen, das Ganze wieder einschrauben, 0,9L Öl einfüllen und fertig.

Was nicht im Handbuch steht, ist dass man den Roller nicht auf den Hauptständer aufbocken sollte, um das Öl abzulassen. Die Ölablassschraube sitzt so knapp vor diesem, dass das Öl zu guten Teilen am Ständer runterläuft und damit nicht in die Auffangwanne. Mist. Ich habe dann am Abend auch einen Forenpost gefunden, der dazu riet, den Roller gegen eine Wand zu lehnen. Das Öl pläddert dann zwar wohl immer noch etwas an den Hauptständer, läuft aber nicht mehr dran runter. Nächstes Mal.

Jetzt hatte ich erstmal meine kleine, private Umweltkatastrophe waiting to happen. Immerhin hatte ich einen sehr großen, platten Pappkarton untergelegt und fix die Ränder hochgebogen, als das Öl anfing daneben zu laufen. Aber wie sammelt man das jetzt am besten wieder ein? Glücklicherweise fiel mir ein Tipp aus dem Alternativsportprogramm ein. Mein früherer Segellehrer sagte mal zum Thema Bilgewasser loswerden in etwa diese klugen Worte: „In der Bilge, ganz unten im Boot, da sammelt sich ja alles. Motorenöl, Benzin, alles was ihr sonst nicht weggeputzt habt. Bilgewasser dürft ihr auf keinen Fall einfach lenzen (nach draußen pumpen)! Das ist erstens eine Umweltsauerei und zweites gibt das Ärger, wenn es jemand sieht. Kauft euch lieber ein Paket Pampers, die nehmen ein echt großes Volumen Flüssigkeit auf. Legt die in die Bilge und entsorgt sie im Sondermüll, wenn sie vollgesogen sind.“

Funktioniert auch mit Altöl pur ganz hervorragend, kann ich berichten. Muss auch keine Pampers sein, Eigenmarkewindeln tuns auch. Die chemische Industrie hat da schon was nettes gebastelt, es passt echt viel Öl in so eine Windel. Dafür ist das Zeug ja echt schlecht recyclebar und verrottet quasi nie. Ist in diesem Fall aber egal, denn diese Windeln gingen dahin, wo sie eigentlich hingehören: in den Sondermüll. Der Herr an der Altöl-Annahme später war nicht sicher, ob er zuständig ist, entschied sich aber für Kulanz und hat das Windelpaket genommen.

Am SH musste ich jetzt noch mit einem Schraubendreher den Ölwechselzähler zurücksetzen und dann war zumindest an der Öl-Front erstmal wieder Ruhe.