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Tag 4 der Tour führt mich wieder zurück ins Ruhrgebiet. Über A3 und A45 ist das tagsüber eine 3,5h/1mal tanken-Angelegenheit. Und auch wenn Garmin offensichtlich der Meinung ist, die A45 sei, makroskopisch gesehen, eine recht kurvige Strecke, so stimmt das nur bei entsprechend weit ausgezoomter Kartenansicht und hat mit der Realität nicht viel zu tun (Musterbeispiel für: Routingoption „kurvige Strecke“ versagt bei langen Distanzen zwischen zwei Waypoints). Es gibt aber durchaus landschaftlich und fahrtechnisch schöne Fernrouten in Deutschland, die sogenannten Ferienstraßen. Mit 1738km die längste dieser Touristikrouten ist die Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee (DFAO) und ich hätte nicht schlecht Lust, sie mal komplett zu fahren, nur um zu wissen ob es sich lohnt.

Die Strecke Würzburg-Ruhrpott bietet sich theoretisch an, um der DFAO zumindest teilweise zu folgen, denn diese führt durch Lohr am Main. Ab dort verläuft die die DFAO zuerst noch ein wenig nord-westlich, um dann Nord-Nord-Ost Homberg (Efze) anzupeilen. Mein Plan war, der Route bis dorthin zu folgen und dann westlich an Kassel vorbei die A44 in der Nähe von Warburg anzupeilen. Wäre gegangen, aber ich wollte spätestens zum Abendessen wieder zu Hause sein. Da ich auch erst nach 11h weggekomen war, war die Option raus. Um es kurz vorweg zu nehmen: spätestens ab Mittag passte auch der Tourname überhaupt nicht mehr: sonnige 16+°C, am Nachmittag hätte ich gerne dünnere Handschuhe gehabt.

Östlich von Würzburg der B8 folgend ging es los, ab Marktheidenfeld den Main entlang nach Lohr, dort die DFAO treffen. Das Würzburger Hinterland ist ja auch eine wunderschöne offene Landschaft und sehr nett zu fahren. Die Wegpunkte der DFAO in Kombination mit „Kurvige Strecke“ erfüllten voll ihren Zweck: Fahrvergnügen in schöner Landschaft. In der Mittagspause auf einem Bundestraßen-Rastplatz im Main-Kinzig-Kreis tipperte ich also neue Wegpunkte ins Navi. Ziel war es Städte weitestgehend zu umfahren und gleichzeitig ab Nachmittag nicht allzu weit von der A45 weg zu sein, die ich spätestens kurz hinter Siegen treffen wollte. Von meiner Position ein wenig südlich der A66 wollte ich grob Nord-Nord-West bis jenseits der A5, sodass ich mich ab dort westlich halten konnte, ohne allzu sehr in die Nähe von Marburg oder Gießen zu kommen. Little did I know of the great roads ahead! Ich wollte ja nur nicht so weit von der 45 weg. Das Navi fand die L3183 und sie machte Spaß!

Womit ich leider einen Teil der B276 verpasste, wie mich @schrm später belehrte:

Die wiederum auch von Schotten nach Mücke noch sehr nett ist. Die Route führte von dort in Richtung der süd-westlichen Kuhdorf-Ausleger Marburgs und von dort ziemlich westlich. Westlicher als ich ursprünglich gedacht hatte, denn die vorberechnete Route ging eher Richtung Dillenburg und dann östlich der A45 Richtung Siegen. Das war nicht das, was ich im Sinn hatte, fuhr sich aber nett. Westlich hieß irgendwann aber auch, immer genau Richtung Sonne zu fahren. Auf Dauer ziemlich anstrengend für die Augen und die Konzentration litt mit der Zeit. In Dillenburg entschied ich mich, die 45 nicht mehr zu kreuzen, sondern direkt aufzufahren. Gas aufDirekt hinein in die schönste Baustelle der ganzen Strecke. Dann Gas auf, 75 min bis Abendessen, 50min A45 bis nach Hause. Check. Tagesfazit: Ned schlecht, der Franke* un de Hesse, hat Spaß gemacht! Rund sechs Stunden unterwegs gewesen, ca. fünfeinhalb Stunden reine Fahrzeit, davon 50 Minuten Autobahn. Der Rest zu wirklich großen Teilen wirklich nette Straßen.

* (wie schreibt man phonetisch korrekt ein harddes G?)

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