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* ^WHände

Dieses Ding mit „ich kann nur mit einer Enduro abseits der Straße fahren“ ist doch auch eher so neumodischer Quatsch, oder? Beziehungsweise wird andersrum ein Schuh draus: Von (Super) Sportlern mal abgesehen ist fast jedes heutige Motorrad mit den geländegängigen Motorrädern von damals zumindest gleich auf, egal ob das „damals“-Mopped jetzt eine BMW R75, DKW NZ 350, Zündapp KS750 oder eine Harley Davidson WLA ist. Man muss vielleicht etwas mehr auf den nicht-ganz-so-heavy-duty-Rahmen seines heutigen Krads achten. Will sagen: ein bisschen Schotter schafft im Prinzip fast jedes Mopped, nur manchen will man es vielleicht nicht antun.

Ich habe damals mit der Honda Dax unglaublich viel Zeit im Wald verbracht, da gab es mehr Matsch als Schotter. Heute wäre sie mir dafür zu schade, aber man fährt halt was man hat. Damals eben die Dax. Wenn man mal so 50, 60 oder mehr Jahre zurück schaut, sieht man recht fix, dass es zwar durchaus schon geländegängige Motorräder gab, dass die Leute aber im Zweifel eben auch fuhren was sie halt hatten. Das war ganz schön oft Military Surplus. Sehr groß hierzu ist auch dieser Thread auf ADVRider. Man beachte das durchaus grobe Profil auf der Harley ganz rechts im ersten Bild. Auch schön dazu: Bill Greene’s Flickr Feed. Ich würde gerne ganz viele Bilder daraus hier zeigen, aber die Lizenz stimmt nicht, leider (C) statt (CC), deswegen lasse ich das mal.

Wie komme ich auf das Thema „Offroad mit non-Offroad-Moppeds“? Als ich das letzte Mal zum Fahren im Sauerland war und auf dem Hinweg in der Nähe von Hemer beim Hinunterfahren einer sehr schlaglochbehafteten Staatsstraße die Landschaft rechts der Straße sehr schön fand, hab mich mir das mal etwas mehr aus der Nähe angesehen. Wie viel härter kann es schon sein?

Rechts der Straße ist auch hübsch

Und während der neumodische Quatsch mit „ich brauche eine Enduro“ einem hier nicht in die Quere kommen muss, kommt der neumodische Quatsch in Form eines nicht deaktivierbaren ABS‘ am Hinterrad dem Ganzen gehörig in die Quere. Bremsen auf Gras ist fast exakt genau so, wie nicht bremsen, klackt nur mehr. Mit der Scarver jedenfalls. Ziemlich doofes Gefühl. Wenn das Hinterrad blockiert, pfügt man wenigstens irgendwann durchs Gras und bremst so. Auch mit Straßenreifen. Mit ABS gings einfach mal schön weiter geradeaus. Ich habe dann in echt großem Radius auf der Wiese hier links im Bild gewendet — mit bremsen durch bergauf fahren. Nachdem die Straße mich wieder hatte und nach einem kurzen Exkurs zu Fuß durch das Felsenmeer Hemer ging es erst einmal ein Stück entlang der Hönne, der Strecke vom letzten Mal folgend.

Felsenmeer Hemer

Eine halbe Stunde später hatte ich dann den Kaffee auf, denn das Navi hatte mich zum zweiten Mal innerhalb von zwei Stunden zu einem gesperrten Streckenabschnitt gelotst. Die erste Iteration hatte meinen Weg nach Iserlohn und Hemer schon unschön über wenig fahrenswerte Straßen verlängert. Während ich noch am Straßenrand vor dem Schild die langsam rendernde Karte konsultierte, lichthupte mich schon ein entgegenkommender SUV-Fahrer an. Ob er mich auf eine Blaukrautkultur am anderen Ende der gesperrten Strecke aufmerksam machen wollte (was kostet das unerlaubte Befahren eigentlich?), einen Tremor in der linken Hand oder ein unterdurchschnittlich großes Genital hatte, konnte ich in der Kürze der Zeit nicht abschließend klären.

Während ich über einen rechts der Straße gelegenen Schotterplatz wendete, fiel mir die Abwesenheit eines „Befahren verboten“-Schilds an einem einmündenden Wirtschaftsweg auf. Voilà! Es folgte eine halbe Stunde großartiger Spaß auf von Rückfahrzeugen ruinierten Wirtschaftswegen und Schotter. Ging gut, trotz ABS. Ich hatte allerdings schon etwas Sorge mir was in die Straßenreifen einzufahren, aber der Ausflug blieb folgenlos. Danach war die Straße auch wieder heile, von weiteren Sperrungen zum Glück keine Spur.

Alles wieder gut mit der Straße

Ich sehe das derzeit so: Wenn sich hier mal eine Garage einfindet, wäre ich für eine kleine Enduro zu haben. Mit den Ausstattungsmerkmalen „zuverlässig“, „leicht“, „günstig“, „grobes Schuhwerk“, „tut nicht weh, wenn ich sie mal fallen lasse“. Momentaner Favorit wäre so etwas wie eine XT350 oder möglicherweise etwas noch kleineres, wie die XL250. Solange muss die Scarver wohl ab und zu mal für asphaltfreie Routen herhalten, weil Spaß hat’s jetzt schon ziemlich gemacht. Ich muss mir dann nur echt viel Mühe geben, sie nicht umzuwerfen … :-/

Andererseits habe ich ja gelesen, ich bräuchte ein Sea-Doo für den Hollandurlaub und das sei irgendwie fast das gleiche wie Enduro fahren …

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